Schatten von Basel III

Eine frische Pressemeldung auf dem Bildschirm: Die LfA Förderbank Bayern registriert 2011 ein Rekordhoch in der sechzigjährigen Geschichte. 6100 kleine und mittlere Unternehmen erhielten im Vorjahr rund 1,9 Milliarden Euro zinsgünstiger Kredite. Sicher ein Zeichen für die nachhaltig gute Entwicklung der Konjunktur in Deutschland – schließlich geht es um ein Gesamtinvestitionsvolumen von 2,8 Mr. Euro. Aber die Zahlen werfen auch Fragen auf. Wird ein so hoher Anteil kreditfinanziert, weil es an Eigenmitteln fehlt? Reichen die Hausbanken die Kreditanträge bereitwilliger weiter an die Förderanstalt, weil sie an einer Kreditvergabe nicht interessiert sind?
Die erste Frage lässt sich leichter beantworten. Angesichts der günstigen Konditionen greifen Mittelständler eher auf Fremdkapital zu als eigene Mittel einzusetzen. Die zweite Antwort liegt nicht so einfach auf der Hand. Den Weg weist eine aktuelle Befragung der Deutschen Bank: 58 Prozent der mittelständischen Unternehmen befürchten, dass sich mit der Einführung von Basel III Kredite verteuern werden. Aber nur jedes dritte Unternehmen plant, Maßnahmen zur Vorbereitung zu ergreifen.
Sollte es aber! Denn Basel III droht die Kreditvergabe für den Mittelstand negativ zu beeinflussen. Ob die „Retaillösung“ nämlich bestehen bleibt, ist offen. Bisher konnte ein Kreditnehmer, der nicht mehr als eine Million Euro bezog, für die Bank mit nur 75 Prozent in die Risikogewichtung übernommen werden. Diese Lösung steht nun in Frage. Zwar ist die Europäische Bankenaufsicht beauftragt zu prüfen, ob die Risikogewichtung abzusenken ist – dieser Auftrag ist aber vorerst nur ein Signal. Das führt zunächst dazu, dass kritische Finanzprodukte, wie etwa Staatsanleihen, welche die aktuelle Krise bestimmen, als risikoärmer gelten als KMU-Kredite, die sich geradezu als stabilisierend erwiesen haben. Die Sparkassen und VR-Banken, deren Klientel ja der Mittelstand ist, und die in der Krise unerschütterlich waren, werden benachteiligt. Zu Recht fordert die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand eine Absenkung des Risikogewichts der KMU-Kredite um ein Drittel, um die bisherige Situation unter Basel II zu erhalten.
So wertvoll und wichtig für unsere Finanzierungslandschaft das Förderwesen in Deutschland auch ist, es kann und soll nicht den regulären Kredit ersetzen. Die Mittelständler spüren, dass sich im Zuge der Neuregulierung der Banken unter Basel III Druck für Sie aufbaut. Die Augen verschließen ist keine Lösung, wie auch das Ausweichen auf Fördergelder oder kurzfristige Kredite. Wer langfristige Investitionen zu finanzieren hat, wird langfristige Kredite brauchen. Das schafft Sicherheit bei den Konditionen für Kreditnehmer und –geber.

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Fitnessmarkt trainiert Finanzstabilität

Der deutsche Fitnessmarkt hat sich in den letzten zwanzig Jahren von einer Nischenbranche zu einem bedeutenden Wachstumsmarkt entwickelt. Mehr als sieben Millionen Deutsche trainieren regelmäßig in einer der rund 7.100 gewerblichen Fitnessanlagen hierzulande. Dabei hat sich die Branche den neuen Anforderungen an Wachstum und Finanzierung angepasst und ist zunehmend professioneller aufgestellt. Der merkliche Rückgang der Insolvenzzahlen ist ein deutlicher Beleg dafür.

Allerdings konnte die finanzielle Stabilität beim beeindru-ckenden Wachstumsprozess nicht in allen Bereichen mit-halten. Die Branche ist vergleichsweise jung, sie ist mehr-heitlich von kleinen, inhabergeführten Einzelstudios ge-prägt und ein Engagement im Fitnessmarkt erfordert hohe Anfangsinvestitionen beispielsweise in Trainingsgeräte mit entsprechenden Herausforderungen an die Finanzierung. So zeigt die Fitnessbranche auch heute noch ein zweigeteiltes Gesicht. Das gilt nicht nur im Hinblick auf die sich verstärkende Differenzierung und die zunehmende Bedeutung der Fitnessketten zulasten kleinerer Studios, sondern auch für die finanzwirtschaftlichen Kennzahlen der Branche.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Eigenkapitalausstattung. Ein Großteil der Branche ist als eigenkapitalstark anzuse-hen, während immer noch viele Fitnessstudios in Deutschland mit einer sehr geringen Eigenkapitalquote ausfallgefährdet sind. Dabei hat der hohe Wettbewerbsdruck in Großstädten mit mehr als 100.000 erwachsenen Einwohnern negative Auswirkungen auf die finanzielle Basis der dort angesiedelten Studios, die deutlich schlechter ist als die in ländlichen Räumen, Klein- und Mittelstädten. Entsprechend höher ist die Insolvenzhäufigkeit von Studios in großen Ballungszen-tren.

Die Branche arbeitet an ihrer finanziellen Solidität und Bonität, gerade auch im Zeichen einer möglichen Erschwerung der Finanzierung. So rechnet die Mehrzahl der Unternehmen bei einem Kreditantrag mit Schwierigkeiten bis hin zu einer Ablehnung. Überdurchschnittlich hoch sind die Befürchtungen bei Einzelstudios. Um den Kreditrestriktionen zu entgehen, nutzen in letzter Zeit immer mehr Studios neben der Eigenfinanzierung auch Leasingverträge.

Der deutsche Fitnessmarkt hat sich in den letzten zwanzig Jahren von einer Nischenbranche zu einem bedeutenden Wachstumsmarkt entwickelt. Mehr als sieben Millionen Deutsche trainieren regelmäßig in einer der rund 7.100 gewerblichen Fitnessanlagen hierzulande. Dabei hat sich die Branche den neuen Anforderungen an Wachstum und Finanzierung angepasst und ist zunehmend professioneller aufgestellt. Der merkliche Rückgang der Insolvenzzahlen ist ein deutlicher Beleg dafür.

Allerdings konnte die finanzielle Stabilität beim beeindru-ckenden Wachstumsprozess nicht in allen Bereichen mit-halten. Die Branche ist vergleichsweise jung, sie ist mehr-heitlich von kleinen, inhabergeführten Einzelstudios ge-prägt und ein Engagement im Fitnessmarkt erfordert hohe Anfangsinvestitionen beispielsweise in Trainingsgeräte mit entsprechenden Herausforderungen an die Finanzierung. So zeigt die Fitnessbranche auch heute noch ein zweigeteiltes Gesicht. Das gilt nicht nur im Hinblick auf die sich verstärkende Differenzierung und die zunehmende Bedeutung der Fitnessketten zulasten kleinerer Studios, sondern auch für die finanzwirtschaftlichen Kennzahlen der Branche.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Eigenkapitalausstattung. Ein Großteil der Branche ist als eigenkapitalstark anzuse-hen, während immer noch viele Fitnessstudios in Deutschland mit einer sehr geringen Eigenkapitalquote ausfallgefährdet sind. Dabei hat der hohe Wettbewerbsdruck in Großstädten mit mehr als 100.000 erwachsenen Einwohnern negative Auswirkungen auf die finanzielle Basis der dort angesiedelten Studios, die deutlich schlechter ist als die in ländlichen Räumen, Klein- und Mittelstädten. Entsprechend höher ist die Insolvenzhäufigkeit von Studios in großen Ballungszen-tren.

Die Branche arbeitet an ihrer finanziellen Solidität und Bonität, gerade auch im Zeichen einer möglichen Erschwerung der Finanzierung. So rechnet die Mehrzahl der Unternehmen bei einem Kreditantrag mit Schwierigkeiten bis hin zu einer Ablehnung. Überdurchschnittlich hoch sind die Befürchtungen bei Einzelstudios. Um den Kreditrestriktionen zu entgehen, nutzen in letzter Zeit immer mehr Studios neben der Eigenfinanzierung auch Leasingverträge.

Wollen Sie genauere Zahlen? Unter den aktuellen Analysen auf diesen Creditreform-Seiten finden Sie die vollständige Broschüre.

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Finanzkommunikation – gerade für den Mittelstand

Finanzkommunikation – das ist nur etwas für große Unternehmen. So lautet ein Urteil, das sich an Hochglanzjahresberichten und vierteljährlichen Veröffentlichungen der Zahlen aus der Rechnungslegung von Konzernen orientiert. Dabei sollten gerade kleine und mittlere Unternehmen verstehen, dass der offene und öffentliche Umgang mit den wichtigsten Daten der Bilanz ein Erfolgsfaktor der Finanzierung ist. Wer solide aufgestellt ist, der sollte seine Stärken auch kommunizieren. Und wer es nicht ist, der ist gerade aufgerufen, über seine Situation zu sprechen. Nur der klare und transparente Umgang mit hoffentlich nur zeitweiligen Engpässen schafft das Vertrauen, das Kapitalgeber von den Gesellschaftern über die Bank bis zu Leasing und Factoring brauchen. Am Kapitalmarkt engagierte Unternehmen unterliegen der Pflicht, ihre Inverstoren zeitnah – adhoc – auf dem Laufenden zu halten. Diese “Politik” sollte sich auch der Mittelständler zu Eigen machen.

Das ist in Deutschland nicht selbstverständlich. Die Gegenwehr bei der Bilanzierungspflicht im Internet, mit der wir nur europäischen Forderungen nachkamen, war nur mit der Androhung (und Umsetzung) von Strafe möglich. Hierzulande lässt man sich buchstäblich nicht gerne in die Bücher sehen. Doch diese Geheimniskrämerei zahlt sich nicht aus. Es geht darum, die Geldgeber ins Boot zu holen – und das funktioniert nur, wenn Vertrauen geschaffen wird. Vertrauen auf der Basis von Informationen.

Eine besondere Rolle als Multiplikatoren spielen Wirtschaftauskunfteien und Ratingunternehmen. Rating mag nicht für jeden Betrieb interessant sein – die Auskunftei ist es. Creditreform erteilt jede Stunde eines Werktages rund 7000 Auskünfte. Es gibt nur wenige Lieferungen, (Kredit-) versicherungsabschlüsse oder Leasingverträge, die nicht vorher eine Wirtschaftsauskunft befragt hätten. Die Bonitätsbewertung zählt, sie entscheidet über Zahlungskonditionen, Sicherheiten und Liefergrößen. Darum ist es so entscheidend, mit dem “Mediatoren” bei der Wirtschaftauskunftei zu sprechen. Ein Gespräch auf der Basis der Fakten, die bestimmend sind für die Bewertung der Bonität.

Creditreform hat zu diesem Thema eine Broschüre erstellt. Sie bekommen Sie zum Download auf dieser Homepage, aber natürlich auch als Printausgabe bei Ihrem Verein Creditreform.

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Europas Wiege, Europas Bahre?

Ende Juli hat der europäische Gipfel zur Schuldenkrise getagt und mit seinen Ergebnissen sind fast alle glücklich. Richtig ist: Nicht nur der drohende Kollaps Griechenlands wurde verhindert, auch die Infektion weiterer Staaten, insbesondere Italiens, ist mit einem Bündel von Maßnahmen abgewendet worden. Die Wirtschafts- und Währungsunion hat gezeigt, dass sie Entscheidungen treffen kann. Dieses Signal von Einigkeit und Entschlossenheit war für die Finanzmärkte, aber auch für die Unternehmen und Bürger wichtig. Zusammengepackt wurden Hilfszahlung von IWF und den Europäern, die Zinsen für zukünftige Hilfskredite wurden gesenkt und die Laufzeiten gestreckt, die privaten Gläubiger, sprich Banken etwa, beteiligen sich und schließlich wird der Rettungsschirm massiv erweitert und durch die ESFS werden auch Anleihen erworben. Eine Erfolgsgeschichte scheint es, blickt man auf die Reaktionen der Märkte: Der Euro wurde teurer, die Kreditsicherungen (CDS) billiger. Bankaktien legten zu.

Problem gelöst? Zunächst ja, auf weite Sicht nein. Ein Vergleich mit der drohenden Insolvenz eines Unternehmens macht die Situation deutlich. Überschuldet und zahlungsunfähig wird es vor dem Gang zum Gericht die Gläubiger und Gesellschafter zusammenrufen und um Hilfe bitten. Diese werden prüfen, ob der Patient zu sanieren ist. Was ist an Substanz da, was ist zukunftsfähig und welchen Aufwand und Verzicht erfordert die Gesundung? Es gilt der Grundsatz, nicht gutes Geld dem schlechten hinterher zu werfen.

Auch Griechenland hat seine Hausaufgaben bekommen. Aber hat der Geldgeber auch tatsächlich geprüft, ob das Land in der Lage ist, diese auch mit annehmbarem Ergebnis zu machen? Ich glaube nicht. Hier wird eine politische Entscheidung getroffen. Es gilt, die Europäische Union zu erhalten, koste es, was es wolle. Würde sie an der Peripherie abbrechen, wäre es über kurz oder lang um sie geschehen. Ein hehres und wohl auch weltwirtschaftlich notwendiges Ziel soll erreicht werden, durch dieses Alle-für-Einen. Am Schluss aber entscheiden Wirtschaft und Markt, ob es zu verwirklichen ist oder ob wir vor einem Scherbenhaufen stehen. Der Insolvenzplan für das Unternehmen Griechenland wurde nur im Ansatz gemacht. Man wollte wohl nicht so genau hinsehen, und das könnte sich rächen.

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Forderungsmanagement? Factoring!

Factoring in Deutschland hat in der Krise 2009 zum erstenmal einen Rückgang hinnehmen müssen – 2010 setzte sich der Boom fort. Der deutsche Factoring Verband nennt für das letzte Jahr einen Gesamtumsatz von 132,3 Mrd. Euro. Innerhalb von fünf Jahren haben sich die Umsätze um 83 Prozent gesteigert.

Eine Erfolgsgeschichte, welche die CrefoFactroing Gesellschaften mit gemacht haben. Nach 782 Mio. Umsatz 2009 blickt man hier in 2010 auf eine knappe Milliarde Gesamtumsatz (956 Mio. Euro). Übrigens war es Creditreform auch im Krisenjahr der deutschen Wirtschaft 2009 gelungen, eine Steigerung der Einnahmen zu schaffen.

Die Vorteile des Factoring setzen sich in Deutschland immer mehr durch. War es vorher eher der anglo-amerikanische Raum, für den Factoring eine entscheidende Option im Forderungsmanagement darstellte, so entdecken gerade Mittelständler auch hierzulande immer mehr die Vorteile: Der Schutz gegen den Ausfall der Forderung, die sofortige Finanzierung des Umsatzes und die Verbesserung der Bilanz mit einer Erhöhung der Eigenkapitalquote. Gerade in einer Zeit des gesamtwirtschaftlichen Aufschwungs, zeigen sich die Chancen des Factoring. Liquidität wird gebraucht, um aus den steigenden Umsätzen Investitionen finanzieren zu können. Die verbesserte EK-Quote hilft bei günstigeren Kondtionen zur Fremdfinanzierung.

Basel III wirft seine Schatten voraus, die Banken sehen sich weiter großen Risiken ausgesetzt. Mit einem Wort: Die Finanzierung wird gerade für kleine und mittlere Unternehmen nicht einfacher werden. Oder doch? Denn wenn die klassische Kreditvergabe ihre Hürden aufstellt, steht Factoring bereit, gerade Unternehmen im Aufwind fristenkongruent zu finanzieren. Nach wie vor lange Außenstandszeiten und hohe Ausfallquoten tun ein Übriges, die Attraktivität des “Factoringtools” zu heben.

Nahe am Mittelstand zu sein, ist hier entscheidend. CrefoFactoring ist dezentral in 17 regional ausgerichteten Gesellschaften tätig. Seit 1999 am Markt, hat man sich zum führenden Anbieter gerade im Fullservice für kleine und mittlere Unternehmen etabliert.

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Hoheitliches Rating?

Seit der Finanzkrise ist davon die Rede: Eine europäische Ratingagentur ist zu gründen. Sie soll das Gegengewicht sein, das die Macht der großen drei amerikanischen Agenturen – Standard & Poor´s, Moody´s, Fitch – brechen soll. Mit Ruhm hatte sich diese etablierte Troika in der Krise tatsächlich nicht bekleckert. Nicht nur hatte man manches Finanzmarktprodukt nicht richtig bewertet. Tatsächlich lautet der härtere Vorwurf, die Agenturen hätten beim Schnüren der Kreditverbriefungen sowohl auf der Seite des Entwicklers als auch auf der des Schiedsrichters gestanden.

Der Ruf nach einer Ratingagentur aus Europa liegt aber tiefer begründet. Die Politik, vor allem in Deutschland und Frankreich, stört es gewaltig, dass ihre Bemühungen, die Krisenländer des Euro zu retten, durch die schlechten Ratings durchkreuzt werden. Mit jedem Downgrading wackelt Griechenland wieder, die Kosten für die Rettungspakete steigen, die Zinsen, zu denen das Land Kredite aufnehmen kann, werden höher. Dieser Einfluss stört, von ihm will man sich unabhängig machen.

Aber was soll eine mit staatlicher Unterstützung und Wohlwollen gegründete Agentur anders machen? Sie würde dann erst recht Gefälligkeitsgutachten erstellen, die in ihrer Absicht leicht zu durchschauen und entsprechend wenig wert sind.

Dabei ist der Ruf, das amerikanische Rating-Oligopol zu knacken, berechtigt. Aber nicht per Hoheitsakt durch die Schaffung einer weiteren Ratingagentur, sondern indem auch hier auf die Bedürfnisse des Marktes gehört wird und privater Initiative bestenfalls der Weg geebnet wird.

Creditreform hat bereits vor über zehn Jahren die Creditreform Rating AG gegründet. Eine Erfolgstory! Seit Mai 2011 als EU-Ratingagentur von der BaFin zertifiziert hat sie eine Vielzahl von Unternehmens- und Emissionsratings vorgenommen. Spezialisiert auf die Besonderheiten mittelständischer Unternehmen wächst das Vertrauen in ihre Bewertungen und ihre Erfahrung. Natürlich geht sie einen steinigen Weg, wie jeder neue Marktteilnehmer muss sie sich bewähren. Noch ist sie nicht in der Königsklasse der Länderratings angekommen – über den Mittelstand aber wächst sie hinaus. Bei ihr gilt es anzusetzen, wenn es darum geht, eine weitere, eine europäische Stimme dem Trio amerikanischer Ratings hinzuzufügen.

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E-Commerce – eher Beschaffung als Absatz

Zu den Unternehmen des Wirtschaftszweigs Dienstleister der Informationsgesellschaft gehören IKT-Dienstleister (Unternehmen der Branchen Software und IT-Dienste, IKT-Fachhandel sowie Telekommunikati-onsdienste) und wissensintensive Dienstleister (Unter-nehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Ent-wicklung sowie Werbung). Wie nutzen diese wissensaffinen und damit wohl auch internetorientierten Branchen das Netz im Hinblick auf Beschaffung und Absatz?

Deutlich wird gleich: Unter den Dienstleistern der Infor-mationsgesellschaft hat sich die Nutzung von Electronic Commerce (E-Commerce) bei der Beschaffung von Vorleistungen weit stärker durchgesetzt als im Vertrieb der eigenen Produkte und Leistungen. Knapp 64 Prozent der Unternehmen des Wirtschaftszweigs geben an, im Jahr 2010 Produkte oder Dienstleistungen über das Internet bestellt zu haben. Dagegen verkauften im Jahr 2010 nur rund 29 Prozent der Unternehmen ihre Produkte oder Dienstleistungen auch über das Internet. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage bei den Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim im März 2011 in Zusammenarbeit mit Creditreform, Neuss, durchgeführt hat

Weniger überraschend: Die Unternehmen der Branche Software und IT-Dienste sind mit 81 Prozent führend bei der Beschaffung über das Internet, während die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer mit rund 48 Prozent das Schlusslicht bilden. Beim Verkauf eigener Produkte oder Dienstleistungen liegen die Telekommunika-tionsdienstleister mit knapp 58 Prozent weit vorn. Wenig verwunderlich, dass dem gegenüber am geringsten verbreitet der Einsatz von E-Commerce für den Verkauf eigener Produkte oder Dienstleistungen erneut bei den Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern mit lediglich zwölf Prozent der Unternehmen zu finden ist.

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Bezug von Leistun-gen über das Internet aus dem Ausland. Vor allem die Telekommunikationsdiensleister und die Unterneh-mensberater sind mit jeweils 27 Prozent der Unterneh-men, die E-Commerce hierzu nutzen, überdurchschnittlich stark engagiert, während die technischen Berater und Planer sowie die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer mit rund sieben beziehungsweise sechs Prozent die hintersten Plätze belegen.

Und das Internet als internationale Verkaufsplattform? Mit nur rund sechs Prozent der Unternehmen des Wirt-schaftszweigs verkaufen wesentlich weniger Unternehmen ihre Produkte und Leistungen über das Internet auch ins Ausland. Der IKT-Handel ist hier Spitzenreiter mit etwa 19 Prozent der Unternehmen, die angeben, auch über das Internet im Ausland abzusetzen. Am wenigsten verbreitet ist der „elektronische Verkauf“ ins Ausland bei den technischen Beratern und Planern. Lediglich ein Prozent von ihnen berichtet von solchen Aktivitäten. Und das obwohl deutsche Unternehmen gerade hier doch Weltruf genießen.

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Frauen im Mittelstand

von Frauen in Führungspositionen ist viel die Rede. Keine Frage – Frauen sind nicht in der Zahl unter den Führungskräften anzutreffen wie es ihrer Bildung und Kompetenz entspricht. Dabei fällt der Blick auf Frauen in Bundesparlamenten oder Konzernvorständen, weniger auf die darunterliegenden Führungsetagen. Die Creditreform Wirtschaftsforschung wollte deshalb wissen, wie es mit der Verteilung in den Toppositionen des Mittelstandes aussieht. Tatsächlich wird der Mittelstand als das Herzstück der Wirtschaft bezeichnet, sind doch zwei Drittel der Arbeitsplätze hier zu finden.

Die Angaben zum Mittelstand beruhen auf mehr als 355.000 repräsentativ ausgewählten Unternehmen in der Creditreform Datenbank mit einer Bilanzsumme von bis zu 43 Millionen Euro lt. KMU-Definition der Europäischen Kommission. Unternehmen dieser Größenklasse sind meist inhabergeführt bzw. Familienunternehmen und verfügen selten über angestellte Manager.

In Abgrenzung zu Großunternehmen wird der deutsche Mittelstand demnach häufiger von einer Frau geführt. So weisen Unternehmen mit einer Bilanzsumme von über 1 Milliarde € noch einen geringeren Frauenanteil in der obersten Führungsriege auf. Nur in 13,9 Prozent dieser Unternehmen ist eine Frau im Top-Management vertreten. Unter den DAX Unternehmen ist das sogar nur bei drei von 30 Unternehmen der Fall. Entscheicdend ist. dass die Betriebe des Mittelstandes mit sinkender Größe eher Frauen in Führungspositionen beschäftigen.

Während in 19,9 Prozent der kleinen Unternehmen mit einer Bilanzsumme von bis zu 0,5 Millionen Euro eine Frau im Management vertreten ist, ist das bei größeren Mittelständlern mit einer Bilanzsumme zwischen zehn und 43 Millionen Euro nur bei jedem sechsten Unternehmen (16,2 Prozent) der Fall. Dabei ist noch anzumerken, dass die Führungsriege in mittelständischen Betrieben deutlich kleiner als im Konzern ist. Frauen haben also hier einen größeren Handlungsspielraum. Und noch etwas spielt für den stärkeren Einfluss der Frauen auf die Unternehmensgeschicke im Mittelstand eine Rolle: Vielfach sind sie die Gründerinnen oder Inhaberinnen und haben damit die Verantwortung für die Existenz des Unternehmens im Ganzen.

Weniger überraschend als die größeren Chancen im Mittelstand sind die  Branchen, in denen Frauen das Sagen haben. Hier ist doch immer noch in vielen Fällen das tradionell geprägte Beschäftigungsfeld vorherrschend.

Unterteilt nach Wirtschaftsbereichen sind weibliche Führungskräfte in mittelständischen Betrieben am stärksten vertreten in den Bereichen Gesundheit und Sozialwesen (35,8 Prozent der Unternehmen) gefolgt von Erziehung und Unterricht (30,4 Prozent) sowie Gastgewerbe (30,2 Prozent) und Land- und Forstwirtschaft (29,1 Prozent). Am wenigsten finden sich Frauen in den Führungsriegen deutscher Mittelständler in den Bereichen Energiewirtschaft (9,8 Prozent der Unternehmen), im Baugewerbe (12,1 Prozent) sowie in der Informations- und Kommunikationstechnik (14,9 Prozent).

Über Frauenquoten in Großunternehmen ist nachzudenken, im Mittelstand sind Frauen bereits in vielen Bereichen maßgeblich – und sei es, dass sie aufgrund mangelnder Möglichkeiten den Weg zur selbständigen Unternehmerin gegangen sind.

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